2001 - Killerwels Kuno Teil 1
Killerwels Kuno
14. Oktober 2001 Sein Steckbrief und die ihm zugeschriebenen Taten beruhen auf windigen Augenzeugenberichten und wagemutigen Schätzungen. Aber obwohl der Killerwels Kuno genannte Fisch noch nie eine Flosse aus dem Wasser des Mönchengladbacher Volksparkweihers gestreckt hat oder sonst ein beweisbar belegtes Lebenszeichen von sich gab, treibt er Mönchengladbach und die Medien um.
Die Karriere von Kuno begann, als er nach Zeugenaussagen einen im Teich schwimmenden Dackelwelpen fraß. Das Herrchen des vermissten Dackels ist selbst nicht aufzutreiben, es entzieht sich Nachforschungen wohl ebenso wie der Fisch.
Jagd auf Kuno
Diese Geschichte brachte die Angler auf den Plan. Ein Wels des geschätzten Kuno-Ausmaßes von eineinhalb Metern und 30 Kilogramm Gewicht dezimiere den Fischbestand im Weiher. Vollmundige Ankündigungen wie "Wir fischen die ganze Nacht, wenn es sein muss", mussten die Angler in der Nacht zum Sonntag dann auch wahr machen. Und die Tafel der Obdachlosen, denen die Angler die Wels-Delikatesse eigentlich spenden wollten, bleibt leer. Chefangler Hans Püllen macht dafür den Rummel um den Teich verantwortlich. Fernsehteams, Journalisten und Schaulustige beobachteten die Angler auf Schritt und Tritt.
Auch in den Medien hat es Kuno zu Außerordentlichem gebracht. Er fraß sich seinen Weg in die Nachrichten und treibt nun dadurch, dass er nicht aufzufinden ist, Journalisten zu Sätzen wie "Der mutmaßliche Mönchengladbacher Killerwels Kuno schwimmt unbehelligt weiter auf freier Flosse". Der Mythos des unsichtbaren Riesenwelses ist geboren. Und selbst, wenn ein Fisch gefangen wird, kann niemand sicher sein, dass das der Gesuchte ist. Kuno könnte weiter sein Unwesen treiben, so es ihn denn gibt.
Quelle: www.faz.net
Und das sagte www.spiegel.de:
Wie viele unschuldige Dackel müssen noch sterben?
Ein angeblich dackelfressender Riesenwels schlägt in Mönchengladbach weiter Wellen. Nach erfolgloser Jagd werden neue Pläne geschmiedet, um den Fisch zu fangen.
Mönchengladbach - "Es könnte sein, dass wir am kommenden Wochenende noch einen Fangversuch starten", berichtete Anglervereins- Chef Wilfried Reger, nachdem Versuche, den Wels zu fangen, vergangenes Wochenende unter reger Teilnahme der schaulustigen Bevölkerung fehlgeschlagen sind. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen.
Reger schloss eine Mitschuld des immensen Medienaufgebots an der Angel-Pleite nicht aus: "Nach den ersten Bissen sind sofort alle Kamera-Scheinwerfer eingeschaltet worden. Da hat der Fisch natürlich den Köder ausgespuckt, und dann war es vorbei", berichtet er. Immerhin: "Die Leute hatten ihren Spaß und endlich wieder was zu lachen - es war voll ohne Ende."
Wirt: "Mich hat das Jagdfieber ergriffen"
Unterdessen dementierte der Betreiber eines am Weiher gelegenen Restaurants, dass eine ehemalige Mitarbeiterin des Hauses die Legende vom in die Tiefe gezerrten Dackel-Welpen in die Welt gesetzt habe: "Das stimmt nicht", sagte Leon Cornelius, der eine Fangprämie auf den Wels ausgesetzt hat. Inzwischen absolviert der Wirt selbst einen Angel-Kursus: "Mich hat das Jagdfieber ergriffen."
Ein Aufgebot von etwa 30 Petri-Jüngern hatte zwölf Stunden lang bis zum Sonntagmorgen Jagd auf den als "Mörder-Wels von Mönchengladbach" oder "Killerwels Kuno" berühmt gewordenen Fisch gemacht. Der Wels, der auf eineinhalb Meter Länge und 30 Kilogramm Gewicht geschätzt wird, soll unlängst einen kleinen Rauhaardackel verschlungen haben. Bislang hat allerdings kein Hundebesitzer den Vorfall bestätigt.
Unterdessen sind die Mönchengladbacher in Wels-Anhänger ("Kuno darf nicht sterben!") und Wels-Gegner ("Wie viele unschuldige Dackel sollen noch sterben?") gespalten. Der Fall fand inzwischen selbst in US-Medien Beachtung: "Es soll ausgesehen haben wie bei einer Szene aus dem Weißen Hai", berichtete ein Blatt.
Bericht Nr. 2: 2003 - Killerwels Kuno - Teil 2
Bericht Nr. 3: 2008 - Killerwels Kuno kehrt zurück - Teil 3
Ort:
Mönchengladbach
Land:
Deutschland
Gewässertyp:
See
Angelgewässer:
Sonstiges Gewässer:
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