Angelreise nach Schweden an den Mjörnsee
Gestern ging es endlich los auf den lang ersehnten Angelurlaub nach Schweden an den Mjörnsee. Details zum See, der ein sehr abwechslungsreiches Fischen bietet (Seeforelle, Hecht, Zander, Aal, Quappe, Karpfen …) gibt es hier. Auf dem Bild der Seekarte kann man beispielhaft erkennen, wie strukturreich und abwechslungsreich das Gewässer ist.
Aber hier die Ereignisse im Einzelnen:
Sonntag - Anreise
Wir kommen in Göteborg mit dem Flugzeug an und ab geht's mit dem Mietwagen nach Alingsas / Simmernäs zum Ferienhaus. Die Vermieter warten schon und haben alles vorbereitet. Das Boot steht startklar am Steg und alles ist vorbereitet, wie man es sich wünscht. Es gibt eine kurze Einweisung. Sprit ist genug aufgefüllt und es könnte eigentlich sofort losgehen …
Leider war der Wind am Anreisetag so stark, dass an ein Schleppen nicht zu denken war. Dafür gab es zu hohe Wellen mit Schaumkronen und das Angeln konzentrierte sich auf die kleine Bucht vor dem Haus, wo auch schon nach wenigen Würfen ein kleiner Hecht den FZ Blinker „schluckte“ ... es scheint, der Winter hat einige gierige Fische hinterlassen . ..
Montag
Heute Morgen ging es zunächst einmal ins lokale Angelgeschäft in Alingsas - wie sich herausstellte, ein Volltreffer. Der Besitzer war gleichzeitig der Vorsitzende des lokalen Angelvereins und gab auskunftswillig Tipps zum Angeln und erzählte, wie die Club-Kollegen angeln. Hier die wichtigsten Tipps:
- Allgemeines/Angelsaison: Die Saison geht richtign los, wenn sich das Wasser an der Oberfläche auf 16-17°C erwärmt, was in der Regel ab Ende Juni der Fall ist. Dann rauben Hecht und Zander den ganzen Tag über aktiv und meist in 2-4m Tiefe. Zu der Zeit sind die Fische auch weniger wählerisch, was den Köder angeht und lassen sich auch von einem Stahlvorfach weniger abschrecken. Vor Ende Juni stehen die großen Hechte und Zander tiefer und sind relativ sensibel. Sie werden meist auf 6m tiefe beim Schleppen oder aber beim Vertikalangeln auf 8-12m tiefe an „Zanderbergen“ gefangen, insbesondere auch die großen Hechte. Bis Juli ist die beste Angelzeit 20:00-23:30 Uhr und 3:00-7:30 Uhr. Bedenkt, dass es in Schweden erst sehr spät (ca. 22:00 Uhr) Nacht wird und auch nie komplett dunkel.
- Montagen: Die Einheimischen faschen fast nie mit Stahlvorfach, sondern mit 0,35-0,50 mm Fluorcarbon Vorfach von 1,2m Länge. Dies erhöht die Anzahl Bisse (Hecht und Zander) scheinbar massiv in dem klaren See und wenn die Fische sensibel sind. Ich habe mit einem doppelten, 0,35er Fluorcarbin-Vorfach gefischt. Die doppelte Ausführung habe ich aber n ie benötogt, da fast alle Fische den großen Nils MAster Wobbler so nahmen, dass die Schnur eh ausserhalb der Reichweite der Zähne war.
- Schleppfischen: Die Profis am See sind mit gut motorisierten Booten ausgestattet. Das erlaubt, schell die Hotspots (insbesondere zum Vertikalangeln) anzufahren. Um stets die gewünschte Tiefe zu Schleppen, verwenden die Einheimischen meist Downrigger und Oberlächenversionen der einzelnen Schleppköder – dann wird von 20m (auf Seeforelle) bis auf 6-2m (Hecht / Zander) die gewünschte Schlepptiefe genau kontrolliert …
- Hecht-Köder: Die gängigsten Schleppköder auf Großhechte sind 25cm lange Forellen-Imitate in Naturfarbe (siehe kleineres Exemplar auf dem Bild) und Pike Fighter von SPRO in blauer Farbe (siehe Bild). Kleine Hechte in den Buchten lassen sich am besten mit dem guten alten FZ Blinker fangen …
- Zander-Köder: Am häufigsten werden Nils Master Wobbler in 20 cm!!! Länge verwendet. Es wird mit größeren Köder geschleppt, als man vielleicht zunächst vermuten würde. Alternativ kommen 14-20 cm große, lauffreudige, schlanke Wobbler zum Einsatz. Die beliebtesten Farben sind Rot/Weiß (Roter Kopf) und Rot/Gelb.
- Seeforellenfischen: Auf Seeforellen wird ausschließlich im Freiwasser geschleppt. Der Bestand ist sehr gut, da Catch und Release auch von den Einheimischen praktiziert wird. Am häufigsten werden zum Schleppen Tasmanische Teufel verwendet. Die Boote zum Seeforellenschleppen sind meist mit 3 Downriggern und 4 Rutenhaltern ausgestattet. Dann werden gleichzeitig Tiefen von 20-15-10-5 Metern befischt. Die beste Zeit ist 5:00-8:00 Uhr.
- Vertikalangeln: Das Vertikalangeln ist insbesondere am Anfang der Saison von Mai bis Juni produktiv, wenn gezielt die Zanderberge (von denen es etliche gibt) abgefischt werden. Ein produktives Muster für den Vertikalköder ist auf dem Bild abgebildet.
Mit den neuen Tipps und ein paar "Geheimködern" ging es anschließend zurück zum Boot und auf das Wasser. Der Wind hatte glücklicherweise etwas nachgelassen und man konnte vernünftig Schleppen. Es verging auch keine halbe Stunde, da schlug es in der Angel ein ... und ein schöner Zander konnte gelandet werden. Er biss auf ca. 2,5m Schlepptiefe auf einen größeren, blau/rot/silbernen Wobbler ... Partytime!!!
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>> zur Fangmeldung Der Biss fühlte sich an, als ob sich der Wobbler in einer Plastiktüte voll Sand verfangen hätte – es gab keine Flucht, kein Zucken und erst als der Fsich am Bott war, war es klar, dass hier ein schöner Zander am Haken hing. Dann zeigt er auch kurz, wie viel Kraft in ihm steckte, bevor es ins Boot mit ihm ging … kurze Zeit später fing der SPRO Pike Fighter noch einen 55cm Hecht und das Erlebnis war perfekt für meine zwei Jungs …
Dienstag
Heute war Familientag angesagt. Es ging nach Göteborg in den Vergnügungspark Liseberg. Als wir Abends zurück kamen, durfte der FZ noch in der Nähe des Ferienhauses ins Wasser und es dauerte auch nicht lange, bis ein Hecht am Haken hing, den die Jungs sicher landeten.
Dann ging es anschließend raus zum Nachtschleppen – ein toller Abend. Bevor der FZ wieder in den Angelkoffer durfte, durfte er noch einmal durchs Wasser laufen … Bumm, aber wieder nur ein kleineres Exemplar.
Heute Nacht sollte es auf die Großen im Freiwasser gehen. Es war ein wunderschöner Abend.
Die Sonne ging um 22:15 Uhr unter und wir Schleppten gut 10km mit großen Schleppködern – aber leider ohne Erfolg. Ja, das mit den Großen mit 1m+ ließ auf sich warten …
Mittwoch
Heute gab es leider starken Wind. Schleppen konnte man wegen der starken Wellen kaum. Daher wurden die Zanderberge weit draußen angefahren. Der Plan war, sich über die Berge driften zu lassen und dabei mit dem Vertikalköder zu befischen. Der Wind und die Wellen trieben einen schnell genug ab, so dass man den Köder nicht auswerfen musste.
Die Wassertiefe betrug ca. 10-12m auf der Höhe der Zanderberge und viel nach allen Seiten auf ca. 22m ab. Bei der dritten Drift gab es Fischkontakt und ein kampfstarker, 70cm Hecht hing am Haken. Leider ergaben die weiteren Drifts keinen Kontakt mehr.
An guten Tagen können an einem Abend / Nacht in 3 Stunden auf diese Weise 3-5 Zander und Hechte gelandet werden – oft sehr große … so die Aussagen der Einheimischen, leider steht der persönliche Beweis noch aus.
Donnerstag
Der Tag begann mit starkem Regen und starkem Wind. An ein Angeln ist nicht zu denken. Keine Boote sind auf dem See. Also ging es ins Naturkunde-Museum („UNIVERSEUM“) nach Göteborg. Dort gab es wenigstens kapitale Hechte, Seeforellen, Zander, Saiblinge, Arapaimas und Piranjas zu bewundern …
Mittags hörte dann der Regen zwar auf, aber der Wind blies um so stärker – Mist, der Tag ist gelaufen.
Donnerstag bis Samstag
Es regnete immer wieder, aber der Wind lies nach und hörte teilweise komplett auf. Die Fische bissen besser und wir wurden erfahrener. Es war irgendwann klar, dass die beste Fangtiefe 6,5 m bei 7-9 Meter Wassertiefe war - auf Zander und Hecht. Und es wurde auch klar, dass eigentlich nur ein Köder fing - ein gelb roter 25 cm langer Nils Wobbler, 60m hinter dem Boot geschleppt mit 1,5m langem 0,35cm starkem Fluorcarbon Vorfach ... anbei eine Bilderauswahl der Fänge an den Tagen. Ach ja, die beste Fangzeit war übrigends ca. 11:30 Uhr morgens ...
FAZIT: Der Mjörnsee ist ein Paradies für Raubfischangler, aber sehr wetterunbeständig. Man benötigt auf jeden Fall ein Echolot,um die interessanten Schlepprouten entlang der Kanten genau zu finden und seine Schleppköder immer auf der gewünschten Tiefe anbieten zu können. Auch sollte man sich vor Ort über die fängigsten Köder erkundigen. Bei uns fing, wie gesagt, eigentlich nur ein Muster (größer, als ich normal auch für Zander wählen würde). Ideal wäre ein Boot mit stärkerem Motor, um auch bei Wind die guten Spots schnell erreichen zu können. Wenn es Wind hat, sollte man flexibel auf Wertikalangeln umstellen und sich über die guten Stellen driften zu lassen.
... und zu allerletzt sei erwähnt, dass ich den wahrscheinlich stärksten Hecht nach sehr kurzem und sehr heftigem Biß im Freiwasser auf ca. 8 m (13m Wassertiefe - Unterwasserberg) Tiefe verloren habe. Er biss auf einen 35 cm langen Rapalla Wobbler (den längsten, den ich je besessen habe ) beim Schleppen ... hätte ich in dem Fall doch lieber ein Stahlvorfach statt einem doppelten 0,35er Flurcarbon-Vorfach genommen ... bei ware sauber durchgebissen ...
Ort:
Land:
Schweden
Gewässertyp:
See
Angelgewässer:
Sonstiges Gewässer:

Kommentare
lucius wrote 15-06-2009: Top!
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