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Erstellt am: 30.09.2008
Von: lucius 26.57 26.57

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Schärenzander

Stockholmer Schärengarten

Stockholmer Schärengarten 2008

Unser diesjähriger Angeltrip um Pfingsten sollte unsmal wieder in den Norden führen. Nachdem wir jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr in Schweden zum Fischen waren, zog es uns wieder an die schwedische Ostküste ans Meer. Da unser Flug bis Stockholm ging, wollten wir in dieser Ecke nach einer geeigneten Location suchen. Im nörd-östlichen Schärengarten vor Stockholm sind wir dann fündig geworden. Eine nettes Häuschen auf einer kleinen Insel mit Saunahaus direkt am Wasser. Das sollte also schon mal passen.

Das Wasser in den Schären gehört zur Ostsee. Jedoch ist der Salzgehalt gering, so dass es sich um Brackwasser handelt und salzwassertolerante Süßwasserfische auf süßwassertolerante Salzwasserfische treffen. Ähnlich wie in den deutschen Boddengewässern. Zielfische in der vor uns liegenden Woche sollten vorzugsweise Hecht und Barsch sein. Desweiteren noch Strömling (eine Heringsart) und sofern möglich, Zander. Zur richtigen Jahreszeit und in den offeneren Bereichen sind Meerforellen und Lachs möglich. Die Anreise klappte gut, war allerdings auch spannend. Um Mitternacht waren wir mit dem Mietwagen an der Küste, wo für uns ein kleines Angelboot bereit lag und mit welchem wir zu unserer Insel übersetzen mussten. Es waren zwar nur 200 Meter, jedoch in der Dunkelheit mit dem vollbeladenen Boot in unbekanntem Gewässer zu fahren, war interessant…

Am nächsten Tag stand erst mal der Einkauf von Lebensmitteln in Norrtälje auf dem Programm, sowie das Füllen der Wasserkanister. Sauberes Süßwasser zum Kochen und für den Abwasch, konnte man an einer Tankstelle kostenlos abfüllen. Zum Duschen wurde gefiltertes Meerwasser genommen. Ein Plumpsklo stand ebenfalls im Garten. Also alles ein wenig spartanisch, aber das war in Ordnung und gehört irgendwie dazu.

Zum Angeln ging es dann natürlich auch endlich. Wir waren vier Angler und verteilten uns auf zwei Boote. Überall wo man hinschaute, sah man vielversprechende Buchten und Schilffelder und die ganze Gegend war von hunderten Inseln geprägt. Da weiß man zuerst nicht wo man erst anfangen sol, da es überall nach Fisch „riecht“. Wir begannen die ersten Ecken zu befischen und es konnte dabei der ein oder andere Schärenhecht gefangen werden.

Jochens´ erster Schärenfisch auf Blinker war jedoch kein Hecht, sondern eine Brasse. Vermutlich eine Ausnahme, wie wir dachten. Nachdem die Hechte nicht allzu gut beißen wollten, sollte es vielleicht in einem idyllischen kleinen Kanal klappen, den wir uns schon über Google-Earth ausgeschaut hatten. Kanäle sind normal immer für Barsche gut. Auch die Barsche sind uns nicht gerade ins Boot gesprungen. Ein paar Kontakte, Wolfgang konnte einen auf Spinner fangen, mir selber gingen welche auf Gummifisch beim Drill verloren. Aber alles keine Großen.

Der Kanal ging in einen Schärenausläufer über. Hier erwischten wir dann noch ein paar Hechte und sahen einen Schweden, der einen guten Fisch ins Boot holte. Wie sich herausstellte, war es ein 5-Kilo Zander. Klasse dachten wir, endlich eine Ecke in der Schärenküste, wo es auch Zander gibt. Mit den Gummifischen fischten wir die letzte Stunde voll bis in die Dämmerung. Es ging noch der ein oder andere Hecht drauf und zuguterletzt bis dann doch noch der erste Schärenzander direkt am Schilf.

Am zweiten Angeltag wollten wir es zuerst mal auf die Heringe probieren und suchten die Schwärme. Der Plan war, am Abend mit den Heringen als Köder auf Zander zu fischen. Viel Wind und Seegang sorgten für eine unruhige Fischerei.

Jedoch fingen wir mit der Hegene genügend Heringe und auf Kunstköder den Tag über noch Hechte. Oli und Wolfgang hatten noch eine kleine Bucht bei einer Steganlage befischt, wo die ersten fünf Würfe fünf Hechte brachten. Am Abend ging es dann in „unsere Zanderbucht“. Zu viert versuchten wir es. Dabei legte eigentlich jeder eine Angel mit Hering aus und mit der anderen wurde meist mit dem Gummifisch gejiggt. Jochen hatte als erster Erfolg und konnte mit einem großen Spinner einen 64er Zander überlisten. Danach fing bei mir die Pose an zu tanzen. Es folgten innerhalb einer Stunde 3 Zander bis 74 cm und 8 Pfund auf Heringsfetzen. So macht Zanderangeln Spaß. Das war natürlich eine feine Sache und der ein oder andere Zander fand sich abends filetiert beim Abendessen wieder.

Bevor wir am nächsten Tag ins Boot stiegen, machte Wolfgang noch ein paar Würfe von unserem Steg und konnte einen schönen 84er Hecht fangen. Den Tag über wurde viel gefischt, jedoch war die Stückzahl an Hechten nicht allzu hoch. Wiederum ging eine Brasse an den Kunstköder.

Um es vorneweg zu sagen, wir fingen gut 10 Brassen in ordentlichen Größen mit Blinker, Wobbler und Spinner. Ein abwechlungsreicher Beifang. Am Anfang dachten wir noch, dass wir sie gerissen hätten, aber es war doch so, dass die Brassen gezielt auf die Kunstköder gingen. Am Abend gelang mir dann noch der Fang eines 90er Hechtes, auch wieder unmittelbar vor unserer Insel.

Tags darauf, wollten wir wieder Heringe fangen und abends auf Zander fischen. Jedoch waren die Schwärme nicht mehr da und es gingen nur ein paar Fische an die Hegene. Wir versuchten es auch auf Hecht mit Köfi. Wir hatten im klaren Wasser ein paar kapitale Fische am Schilf stehen sehen. Die Kunstköder interessierten sie nicht, aber auch die Heringe waren nicht gefragt. Sie sonnten sich lieber im flachen Wasser. Ole hatte am Abend in der Zanderbucht mit Köderfisch das Glück auf seiner Seite. Neben einem 37er Barsch fing er drei gute Zander bis 70 cm und hatte noch ein paar Fehlbisse.

Wir erhofften uns mehr Barschfänge, jedoch waren diese schwer zu fangen, weder gezielt, noch als Beifang. Wolfgang hatte sich die Tage über immer wieder mit dem Jerkbait versucht und konnte damit zwei stattliche Hechte bis 85 cm fangen. Auch eine interessante Technik, wenn der Jerk durchs Wasser geschlagen wird und man im klaren Wasser die Hechte ankommen und attackieren sieht. Jochen und ich fischten noch verscheidene Ecken ab und steuerten unter anderem die Bucht bei der Steganlage an, wo Oli und Wolfgang anfangs Erfolg hatten. Jochen wollte unbedingt dort fischen und sollte den richtigen Riecher haben. Er machte drei Würfe und hatte drei Hechte. Darunter ein stattliches Exemplar von 93 cm und 10 Pfund. Die Hechte waren allesamt relativ kampfstark und lieferten gute Drills.

Am letzten Tag steuerten wir nochmals eine Bucht an, die etwa 1 ha hatte und keinen Meter tief war. Hier hatte Wolfi vor Tagen schon einen kapitalen Hecht stehen sehen. Langsam ließen wir uns durchtreiben und hielten im klaren Wasser Ausschau. Ein paar kapitale Schleien kreuzten unseren Weg. Am Boden sahen wir ein Kadaver eines toten Hechtes, welcher deutlich den Meter knackte. Und auf einmal stand knapp vor unserem Boot ein kapitaler Bursche der gute 1,20 gehabt haben dürfte. Bekommen haben wir ihn leider nicht. Aber die Fische vom Boot aus entdecken und beobachten ist besser wie Kino. Nachdem wir ein Boot abgegeben hatten und das Zweite geputzt war, machten wir in der letzten Stunde noch ein paar Würfe an unserer Hausbucht. Fünf Hechte konnten wir in kurzer Zeit auf Gummifisch fangen. Darunter wieder ein 92er von Jochen. Ein schöner Abschluß, mit dem wir so nicht gerechnet hatten. Zu später Stunde wurde die Sauna im Saunahaus dann das letzte mal angeschürt. Diese stand direkt am Wasser und von innen hatte man einen Blick übers Wasser, in dem sich der Vollmond spiegelte. Ein traumhaftes Bild.

Ort:

Daderholmen

Land:

Schweden

Gewässertyp:

Angelgewässer:

Sonstiges Gewässer:

Schärenküste

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