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Berichte
Angeln in Norwegen Tipps und Tricks von Fjord-Tours
Biker
Donnerstag, 07. August 2008
Einführung
Unter Naturköderangeln versteht man das Fischen im Fjord oder im Meer mit Montagen, bestückt mit Ködern wie beispielsweise Fischen (ganze oder Fischfetzen), Würmern, Muscheln und Krabben. Die Naturköder werden am Grund angeboten und dem Fisch durch leichte auf- und ab Bewegungen schmackhaft gemacht. Wie beim Pilken unterscheidet man auch hier zwischen zwei Varianten, das leichte und das schwere Fischen.
Leichtes Naturköderangeln
Gefischt wird in Tiefen ab 50 bis 150m Tiefe
Zielfisch sind hauptsächlich Leng, Lumb, Dickdorsch, Steinbeisser, Schellfisch aber auch Seeteufel und Plattfische
Leichtes Naturköderangeln
Rute 2,10- 3,00 m Länge bei einem Wurfgewicht von 20-30lbs
Multirolle mit mindestens 500m einer 0,30mm geflochtenen Schnur
Sinkgewichte von 300-500g
Schweres Naturköderangeln
Gefischt wird in Tiefen ab 150 bis 250m, beim extremen Fischen bis 300m und mehr
Zielfische sind hauptsächlich Großleng, Heilbutt, Blauleng, große Lumbs
Schweres Naturköderangeln
Rute 1,70-2,10m Länge bei einem Wurfgewicht von 30-50lbs, am besten einteilig mit Rollenendringen.
Multirolle mit mindestens 700m einer 0,35mm geflochtenen Schnur
Bleie von 400-700g, in Tiefen ab 250m bis 1000g
Qualität und Ausstattung:
Blei je nach Drift und Tiefe wählen (Palette zwischen 300-700g, bei extremen Fischen ab 250m bis 1000g)
Wahl des richtigen Gerätes (30-50lbs Bootsrute und gute Multirolle mit hoher Schnurfassung)
Achten sie auf beste Qualität. Dies gilt auch bei der Kontrolle von Knoten und Schnüren. Nichts ist ärgerlicher als ein verlorener großer Fisch durch billiges und unzuverlässiges Material. Vorfächer mit Leuchtschlauch, Perlen, Rasselkörpern und Spinnerblättern bestücken, um den Reiz zu erhöhen. Aber nicht übertreiben. Meist ist weniger effektiver und mehr.
Praxis
Laßt eure Montage mit dem Blei, was ihr zur Sicherheit an einer dünneren monofilen Schnur befestigt in die Tiefe. Nun kommt es auf die Köderführung an. Mit sanften Bewegungen wird die Montage auf und ab bewegt. Haltet aber immer Kontakt zum Grund. Die Bootsdrift sorgt dafür, dass ihr den Meeresboden mit eurem Blei "abklopft". Viele große Fische, z.B. der Leng, beissen sehr vorsichtig. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und den Anschlag richtig setzen. Benutzen Sie Circle Hooks, ist kein Anhieb nötig. Beim Drill sollte die Schnur immer straff gehalten werden, sonst schlitzen die Fische schnell aus. Ist wirklich mal ein Brocken am Haken, dann sollten die anderen Angler an Bord ihre Montagen einholen und sich auf das Landen des Fisches vorbereiten.
Ganz wichtig beim Drill: Immer Spannung halten - niemals nachgeben - auch wenn die Arme schmerzen!
Fangplätze
Die besten Stellen im Fjord oder auch im Meer sind Kanten und Riffe am Meeresgrund, welche sich mit sandigen und Felsbrocken durchwachsenen Stellen abwechseln. Große Schlamm und Schlickflächen dagegen sind meist „ totes“ Gebiet.Sandige, leicht abfallende Stellen ab 50m bevorzugt der Heilbutt. Auf steinigem Untergrund und zerklüfteten Unterwasserbergen leben Leng, Lumb, Haie und Dorsche. Der Steinbeißer liebt Muschelfelder an Kanten und Riffen meist bis 100 m Tiefe
Pilken
Methode
Die wohl häufigste Angeltechnik an Norwegens Küsten und Fjorden ist das Pilken. Sie macht Spaß und man weiß nie so recht, was man fängt, da viele der vorhandenen Fischarten an den Haken, meist ein Drilling, gehen kann. Mit Pilken bezeichnet man das auf und abwärts Bewegen der Angelrute. Gefischt wird knapp über dem meeresgrund. Es gibt 3 Arten des Pilkens, jeweils abhängig vom Gewicht des Pilkers. Leichtes bis mittleres und schweres Pilken.
Leichtes Pilken
Bis in Tiefen von ca. 60m mit Pilkern zwischen 30 und 150 Gramm
Gefischt wird hauptsächlich auf Küstendorsch Pollack, Köhler, Makrele
Ausrüstung:
Rute 2,40-3,30m Länge bei einem Wurfgewicht von 80-150g
Stationärrolle mit 300m einer 0,35mm monofilen Schnur (oder 0,15 geflochtenen)
Pilker 75-200g, Pollack, Köhler, Makrele
Schweres Pilken
Bis in Tiefen von ca. 250m mit Pilkern ab 150g bis 1000g
Gefischt wird hauptsächlich auf Dickdorsch, Großköhler, Rotbarsch, Lumb, Leng
Ausrüstung:
Rute 2,10-2,70m Länge bei einem Wurfgewicht von 30lbs
Multirolle mit 600m einer 0,30mm geflochtenen Schnur
Pilker 300-700g
Wahl der Ruten:
Bewährt haben sich Steckruten . Sie haben eine besser Aktion und sind robuster als Teleskopruten. Da meist vom Boot aus gepilkt wird, sollten die Ruten nicht länger als 3 m sein.
Wahl der Pilker und Beifänger:
Wählen sie die Pilker so leicht wie möglich so leicht wie möglich, denn je leichter ein Pilker, desto mehr Köderspiel und damit Reiz übt er aus. Ist die Drift aber zu stark, dann heißt es Pilkgewicht erhöhen und Form wechseln. Für ein gutes Köderspiel sorgen Heringspilker, die in Form und Farbe Fischen nachempfunden sind. Stab- oder Torpedopilker wiederum eignen sich für große Tiefen, da sie kaum Angriffsfläche bieten und somit schnell zum Grund rasen. Als Beifänger werden meist Paternoster, das sind Systeme mit 2 bis 5 Haken, verziert mit Fischhaut, Federn, Gummiwürmern, Nachbildungen von kleinen Fischen oder Krebsen verwendet.. Diese werden einfach zwischen Hauptschnur und Pilker gebunden. Eine große Auswahl bietet der Fachhandel, aber leider in unterschiedlichen Qualitäten was Hakengröße und Verarbeitung betrifft. Beim Ablassen der Montage solltet ihr immer mal wieder stoppen, evtl. befinden sich Fische im Freiwasser.
Ab dem 1. Juni 2006 ist es nicht gestattet, mehr als 15 kg Fisch oder Fischprodukte pro Person aus Norwegen auszuführen. Die Fischereibehörden fordern jeden Angelsportler dazu auf, die auch für Berufsfischer geltenden Vorschiften zur Mindestgröße der Fische einzuhalten.
24.04.2008 :: Wer in norwegischen Gewässern angelt, ist mitverantwortlich für die Erhaltung der natürlichen Ressourcen der norwegischen Küstengebiete für heutige sowie künftige Generationen.
Angelausrüstung
Ausländische Staatsbürger ohne festen Wohnsitz in Norwegen dürfen sich mit Handausrüstung (Schnur, Schleppangel oder Angel) als Sportangler betätigen, ihren Fang jedoch nicht verkaufen.
Ausfuhrbeschränkung für Fisch und Fischprodukte
Es ist nicht gestattet, mehr als 15 kg Fisch oder Fischprodukte pro Person aus Norwegen auszuführen.
• Die Ausfuhrbeschränkung gilt für den Fang, den Sportangler im Meer im Bereich norwegischer Hoheitsgewässer machen.
• Die Ausfuhrbeschränkung gilt für ganze bzw. ausgenommene Fische sowie für verarbeitete Produkte wie etwa Fischfilet.
• Fisch oder Fischprodukte, die nachweislich bei einem registrierten Gewerbebetrieb erworben wurden, werden der erlaubten Menge nicht zugerechnet.
• Ungeachtet der Ausfuhrbeschränkung darf ein Angler zusätzlich zu der erlaubten Menge einen ganzen Fisch (als Trophäe) mitnehmen.
• Süßwasserfische sowie Lachs, Forelle und Saibling werden der erlaubten Ausfuhrmenge nicht zugerechnet.
• Die Ausfuhrbeschränkung gilt für alle, auch für norwegische Staatsangehörige.
• Bei Verstoß kann der unerlaubte Fang beschlagnahmt werden, und eine polizeiliche Strafanzeige kann erfolgen.
• Die Zollbehörden überwachen die Einhaltung dieser Bestimmungen.
Der Zweck dieser Ausfuhrbeschränkung ist es, einem Fischereitourismus vorzubeugen, der mit großen Fangmengen lockt. Die Ausfuhrbeschränkung stellt keine Fangquote dar. Die Fischereibehörden appellieren jedoch an die Angeltouristen, den Angelsport verantwortungsbewusst auszuüben.
Mindestgrößen
Die Fischereibehörden fordern jeden Angelsportler dazu auf, die auch für Berufsfischer geltenden Vorschiften zur Mindestgröße der Fische einzuhalten.
Im Folgenden sind Beispiele für Arten mit entsprechenden Mindestgrößen aufgelistet, die von Berufsfischern nicht unterschritten werden dürfen.
Art Geltungsbereich Mindestgröße
Heilbutt Landesweit 60 cm
Kabeljau Südlich von 64° N 30 cm
Nördlich von 64° N 47 cm
Schellfisch Südlich von 64° N 27 cm
Nördlich von 64° N 44 cm
Scholle Westlich von Lindesnes 29 cm
Östlich von Lindesnes 27 cm
Makrele Landesweit 30 cm
Meerforelle 35 cm
Meersaibling 35 cm
Lachs 35 cm
Ausnahme: Nordland, Troms 30 cm
und Finnmark (gilt nur für
Meerforelle und Meersaibling)
Die Länge des Fisches wird von der Maulspitze bis zum Ende der äußersten Strahlen der Schwanzflosse gemessen.
Quelle: Norwegisches Ministerium für Fischerei und Küste
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