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Überkrautete Stellen befischen.

Die Struktur eines Sees ist in einem ständigen Wechsel, daher kann es sein, dass durch natürliche, aber auch unnatürliche Einflüsse, ein krautfreies Gewässer von einem Jahr zum anderen total verkrautet.Was von uns Angler als lästig und störend empfunden wird, bedeutet für die Fische in einem gesunden Gewässer den Himmel auf Erden. Die Population kleiner Krebstiere, Schnecken und Muscheln vervielfacht sich. Die Fische müssen nun nicht mehr weite Strecken zurücklegen, um Nahrung zu finden. Die Zeiten an denen sie sich auf alles was nach Futter aussieht stürzen müssen, damit es keine Artgenossen tun, sind Vergangenheit.

Einen gemeinsamen Vorteil hat eine üppige Unterwasservegetation dennoch, die Fische wachsen sehr viel schneller ab und erreichen Rekordgewichte.

Bei einem seit Jahren gut bewachsenem Gewässer mit einem nicht zu großen Fischbestand kann man fast sicher sein, dass große Fische vorhanden sind. Selbstverständlich müssen noch einige andere Faktore simmen.

Wer jetzt nicht umdenkt und seine Angelei anpasst sollte besser an ein weniger mit Pflanzen bewachsenes Gewässer ausweichen. Wer an einem "zugewachsenen" See in den Sommermonaten immer noch stur auf Distanz fischt, riskiert nicht nur zu blanken sondern auch die Gesundheit eventuell doch gehakter Fische. Keine Frage, anständiges Material ist immer stärker als das Fischmaul, was man schnell erkennen muss wenn sich der Fisch im Krauf festsetzt.

Ausgeschlitzte Haken sind für die betroffenen Fische KEINE Kleinigkeit !!!

Die durch die Haken gerissenen Wunden im Fischmaul schränken die Fische meist monatelang, manchmal auch ein Lebenlang bei der Nahrungsaufnahme ein. Endeffekt ist, dass der Karpfen augrund mangelnder Fettreserven den Winter nicht übersteht oder im günstigeren Fall nie so abwachsen würde wie er es mit einem funktionstüchtigen Rüssel gemacht hätte.

Wenn man sich vor etwas Arbeit nicht scheut und sich einige Gedanken macht wird man auch im noch so verkrauteten Gewässer gut fangen. Ein guter Ausgangpunkt ist eine bereits krautfreie Stelle im Uferbereich, man kann fast davon ausgehen, dass hier Karpfen den Grund nach Nahrung durchwühlen. Am besten findet man solche Stellen beim schnorcheln. Sind keine freien Stellen zu finden machen wir uns eben eine. Ein Rechen mit ca. 7-10 Meter Seil ist ein perfektes Werkzeug.

Vorsicht, es müssen einige Kilo ans Ufer gezerrt werden, Seil und Knoten sollten das aushalten können.

Einen Rechen bekommt man locker 7 Meter weit raus geworfen, wenn man sich in´s Wasser stellt noch weiter. Nach dem man Rechenbreite für Rechenbreite zwei bis drei mal langsam über den Grund gezogen hat, sollte man bereits einen relativ krautfreien Uferspot vor sich haben. Man sollte seinen Spot immer 10-20 Meter breitmachen um die Fische ungestört ufernah ausdrillen zu können.

Nachdem die körperliche Arbeit fürs erste erledigt ist sollte man noch großzügig Hanf oder Weizen über die "präparierte" Stelle, die Fische erledigen dann die restliche Feinarbeit.

Wenn man nun ein oder zweimal pro Woche auf der ganzen Fläche füttert, hat man den ganzen Sommer über einen HotSpot direkt am Ufer. Wenn man genügend Zeit hat kann man auch versuchen die Fische die ganze Arbeit erledigen zu lassen. Wenn man über eine verkrautete Stelle großzügig in regelmäßigen Abständen Partikel füttert sollten die Fische nach einigen Tagen/Wochen sämtliche Krauthalme bei Ihrem Gewühle nach dem Futter ausgerissen haben. (Manchmal klappt das)

Um auf Nummer sicher zu gehen ist der Einsatz von PVA keine schlechte Idee.

Beim Ablegen der Rute verfängt sich gerne schon mal im Wasser treibendes Kraut am Haken, was das Greifen des Selben so gut wie unmöglich macht. Man benutzt PVA Bags die man mit Pellets oder zerbrochenen Boilies füllt. Dann zieht man mit Hilfe einer Boilienadel das ganze auf das Vorfach auf und steche den Haken ein. Somit ist das Problem ebenfalls gelöst.

Es soll mit diesen Zeilen niemanden zum "Krautfischen" überredet werden, es kann wirklich frustrierend sein. Nur ist es nicht der gewisse Schwierigkeitsfaktor der unser Hobby so interessant macht ? Ich jedenfalls fische lieber an schwierigen Gewässern als an überbesetzten "Idiotenteichen" an denen die Karpfen keine andere Wahl haben als unseren Köder zu finden und zu fressen, um zu überleben. Jeder der es ähnlich sieht weiß welche verborgenen Überraschungen ein schwieriges Gewässer zu bieten hat.

Tackleschlepper aus Wuppertal

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